Bad Aibling: Fachklinik Alpenland eröffnet

In Bad Aibling ist eine der modernsten Suchtkliniken Deutschlands entstanden: Der alte Komplex der früheren LVA-Versorgungskuranstalt und späteren Fachklinik Alpenland wurde abgerissen und durch einen großzügigen Neubau ersetzt. Dieser wurde am Freitag eröffnet.

 

Nach 20 Monaten Bauzeit war der große Tag am gestrigen Freitag gekommen. Bei der Eröffnung der Fachklinik (Träger: Deutscher Orden) erinnerte Deutscher Orden-Ordenswerke-Geschäftsführer Dr. Thomas Franke an den Spatenstich und die damals geäußerte Bitte, dass „der liebe Gott aufpasst, dass während der Bauzeit niemand zu Schaden kommt. Gott hat seinen Job gut gemacht“, befand der Geschäftsführer rückblickend. Die 20-monatige Bauzeit bezeichnete er als eine „zeitliche Punktlandung“ und auch der Kostenrahmen sei eingehalten worden.

„Der Neubau der Fachklinik Alpenland ist eines der größten Projekte, die der Deutsche Orden in der  jüngeren Vergangenheit realisiert hat, um auch in Zukunft ein – unserem christlichen Auftrag entsprechendes – Angebot für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen aufrecht erhalten zu können“, betonte Dr. Franke.

„Nicht nur im baulichen Sinn wegweisend“

Die Fachklinik Alpenland sei nicht nur im baulichen Sinn wegweisend. „Es ist gelungen, das Therapiekonzept, die Organisation der internen Abläufe und die bauliche Struktur harmonisch aufeinander abzustimmen, um ein optimales therapeutisches Setting zu schaffen“, führte der Geschäftsführer weiter aus. Den Vertretern der beteiligten Planungsbüros und dem Projektmanagement sprach er seinen Dank  aus für die konzeptionell gelungene Planung und die herausragende Umsetzung des 15-Millionen-Euro-Projekts. Ferner würdigte er die professionelle Arbeit des Klinikleiter Dr. Max Braun und kündigte abschließend die kirchliche Einweihung der neuen Einrichtung im Frühjahr 2020 an.

Auch Bestandsumbau und Erweiterung waren im Gespräch

Franz Feldner, Vorstand der für die Gesamtplanung verantwortlichen Haumann & Fuchs Ingenieure  AG, ließ die Baustellengeschichte kurz Revue passieren. „Im Februar 2016 haben die ersten Gespräche stattgefunden über einen eventuellen Bestandsumbau mit Erweiterung“, berichtete er. Im Sommer 2016 habe man sich dann doch für einen kompletten Neubau entschieden, zu dem er folgende Zahlen nannte: Rund 100 Planungs- und Baustellengespräche, 12 000 Kubikmeter bewegtes  Erdreich, 1300 Rammpfähle, 2905 Kubikmeter Beton, 35 500 Ziegelsteine und 410 Tonnen Baustahl. Er dankte allen Beteiligten und stellte am Ende seiner Ansprache fest: „Ich bin richtig stolz darauf, was daraus entstanden ist und ihr könnt ebenso stolz sein.“ Anschließend übergab er als federführender Architekt an Dr. Thomas Franke den symbolischen Schlüssel. Beide durchschnitten gemeinsam symbolische rote Eröffnungsband.

Danach führte Klinikleiter Dr. Max Braun die Eröffnungsgäste durch die großzügigen und lichtdurchfluteten neuen Räume, die ab dem kommenden Montag mit Leben erfüllt werden. Dann beginnt nämlich der Rück-Umzug aus dem temporären Klinik-Domizil in Bad Feilnbach. Der neue Klinikkomplex an der Rosenheimer Straße verfügt über 66 komfortable Einbett- sowie zehn Doppel- beziehungsweise behindertengerechte Zimmer mit je einem eigenen Bad (Dusche und WC). Außerdem bietet die Fachklinik sämtliche therapienotwendigen Räumlichkeiten, wie zum Beispiel großzügige Gruppenräume, eine helle Sporthalle, Werkstätten und Aufenthaltsbereiche.

Quelle: Oberbayerisches Volksblatt, 30. November 2019]